Algolagnie,  Lustschmerz oder Schmerzgeilheit ist ein selten verwendeter Begriff für Masochismus.

Einvernehmlich gelebte oder auch heimliche sexuelle Vorlieben für sadomasochistische Praktiken im Sinne einer konsensuell erlebten Sexualität erfüllen in aller Regel die Kriterien für die Diagnosestellung der Algolagnie im heutigen medizinischen Sinne nicht und sind eine soziologisch andersartige, aber nicht seltene Ausprägung der individuellen Sexualität. Eine Diagnosestellung darf demnach hinsichtlich der sexuell motivierten Ausprägung dieser Störungen nur noch erfolgen, wenn der Betroffene anders als durch die Ausübung sadistischer oder masochistischer Praktiken keine sexuelle Befriedigung erlangen kann, oder seine eigene sadistisch oder masochistisch geprägte Sexualpräferenz selbst ablehnt und sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt fühlt oder anderweitig darunter leidet.
Die diagnostischen Kriterien unterscheiden sich darüber hinaus nicht, sind aber nicht hierarchisch zu verstehen.

Es gibt sehr viele Fetische, bei denen Schmerz die Hauptrolle der Erregung spielt. Für den Laien ist dies intuitiv nicht verständlich: Die meisten von uns verbinden mit dem Gefühl des Schmerzes etwas Negatives – egal, ob es sich um physischen oder psychischen Schmerz handelt. Lust und Erregung sind hingegen eher Gefühle, die wir positiv betrachten und die wir öfter verspüren wollen. Wie passt das also zusammen? Ganz einfach: es gibt eine Verbindung von beidem – nämlich den Lustschmerz, der in der Fachsprache auch Algolagnie (auch Algophilie) genannt wird.

Aktive Algolagnie

Der Begriff aktive Algolagnie entspricht der Bezeichnung Sadismus, es kann prinzipiell zwischen sexuell motiviertem Handeln, bei dem die Zufügung von Schmerz als sexuell lustvoll erlebt wird, und nicht sexuell konnotiertem Sadismus unterschieden werden.

Passive Algolagnie

Der zu Masochismus synonyme Begriff passive Algolagnie oder Lustschmerz umschreibt das Empfinden von sexueller Lust beim Erfahren von bestimmten körperlichen Schmerzreizen, wobei der Begriff auf das passive Empfinden von sexueller Stimulation durch Schmerz bezogen wird.

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Schmerz ist hierbei als weitläufiger Begriff zu verstehen. Hierbei kann alles von leichten Liebesbissen bis hin zur harten Behandlung durch einen Sadisten gemeint sein. Hauptsache, es entsteht Schmerz in einer Intensität, die dem Betroffenen gefällt. Dies gilt aber nur für den passiven Teil.
Dann nennt man dann den Fachbegriff dafür Algophilie. Dem aktiven Teil gefällt es demnach, seinem Sexualpartner Schmerzen auf unterschiedliche Art und Weise zuzufügen. Heutzutage verwendet man synonym für die beiden Begriffe meist Masochismus beziehungsweise Sadismus. Ein krankhaftes Verlangen nach zugefügtem Schmerz nennt man hingegen Algomanie. Algomanie setzt sich aus den Begriffen Schmerz und Lust zusammen.

Das Schmerzempfinden wird durch Endorphine gelindert

Doch damit wissen wir immer noch nicht, wie eine Art Lustschmerz entsteht, den sich Menschen mit diesem Fetisch so sehr herbeisehnen.
Um diesen Wunsch zu verstehen, gilt es zu bedenken, daß Schmerz und Lust eher gegenteilige Gefühle sind, allerdings eben auch zusammen auftreten können.
In dem Fall ist es dann so, daß Lust Schmerzen oder Schmerz Lust bedingen kann. Dieser Zusammenhang ist auf neuronale Prozesse im Gehirn zurückzuführen. In einer Studie wurde herausgefunden, daß Hirnareale welche sowohl im Belohnungs- als auch im Lustzentrum zu verorten sind, an der Schmerzempfindung beteiligt sind.
Wichtig dabei ist auch die vermehrte Ausschüttung der körpereigenen Endorphine. Denn dadurch kann das Schmerzempfinden einer Person herabgesetzt werden. Endorphine sind beim Sex unter anderem dafür verantwortlich, eine entspannende Wirkung auszulösen, was der Frau zum Beispiel beim Orgasmus hilft.
Grundsätzlich hängt der Lustschmerz nicht ausschließlich mit körpereigenen Prozessen zusammen, sondern ist auch stark vom jeweiligen Kontext abhängig. Denn für viele entsteht der Lustschmerz erst, wenn die Situation sexuell aufgeladen ist. Dadurch kann er erst in sexuelle Lust umgewandelt werden und es kommt zu einer erhöhten Endorphinausschüttung. Eine zweite Gruppe findet es vorwiegend erregend, einem Partner die ganze Macht zu überlassen. Das ist oftmals bei Rollenspielen der Fall. Dadurch empfinden die Personen nicht unbedingt den Schmerz, jedoch die gesamte Situation, in der sie jemandem ausgeliefert sind, so lustvoll.Der Kontext ist also wichtig.

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Die passenden Produkte für Schmerzen

Wenn Ihr also mal wieder eine erhöhte Endorphinausschüttung benötigt, dann schaut euch nach entsprechenden Shopartikeln um. Der Klassiker dafür wäre natürlich die Lederpeitsche. Mit einer Lederpeitsche kann man je nach Bedarf von leichten bis zu harten Hieben alles verwirklichen.
Dabei könnt Ihr Euch selbst oder Euren Partner auspeitschen oder von Ihm ausgepeitscht werden. Beim Vorspiel lässt sich das optimal mit Nippelklemmen kombinieren. Sie können auch an anderen Körperregionen als den Brustwarzen angeklemmt werden. Auch hier gibt es die softere Variante mit Plastiküberzug oder für die Härteren unter Euch mit kleinen Metallzähnen.
Ein weiteres Werkzeug, mit dem Ihr Euch selbst beziehungsweise Eurem Partner ein wenig wehtun könnt, ist das Nervenrad. Das mit Metallspitzen gespickte Werkzeug kann je nach Belieben unter unterschiedlichem Druck auf dem Körper gerollt werden. Das sind stechende Schmerzen!

Viel Spaß dabei! Aber vergesst nie, bei eurem Partner auch auf seine Grenzen zu achten.