Beitrag zum Thema "Bondage"“Sicherheitsbewusst“ mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich”, so sollen Bondage-Spiele ablaufen.
Das Motto stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum, wo es als “sane, safe and consensual” seit den 1990ern in der BDSM-Szene verbreitet ist. Das bedeutet, dass Du Dir über potenzielle Risiken bewusst sein solltest, wenn Du Dich von Deinem Partner fesseln lässt oder deinen Liebsten mit Seilen oder Ketten verschnüren möchtest. Kommunikation ist alles: Am besten sprichst Du vorher über Ängste und Vorlieben, damit es gar nicht zu Panikanfällen im gefesselten Zustand kommen kann. Auch die richtige Fesseltechnik trägt dazu bei, Deine Bondage-Session zum sicheren und lustvollen Erlebnis für beide Partner zu machen.

Bondage kann gefährlich werden. Deswegen ist es wichtig, bestimmte Bondage-Grundregeln zu befolgen.

Die Regeln sollten im Voraus mit Deinem Partner abgeklärt werden, damit nichts schief gehen kann. Ich stelle Euch hier die wichtigsten Bondage-Grundregeln vor.

  1.  Bondage-Grundregel: Safeword

Vor dem Fesseln hilft es zum Beispiel, ein sogenanntes “Safeword” festzulegen. Dabei kann es sich um eine Farbe handeln – rot, gelb, grün – oder einen Begriff, den weder Du noch Dein Partner beim Liebesspiel gebrauchen würdest – zum Beispiel “Erdbeere”. Fällt dieses Wort oder wurde die Stufe Rot erreicht, wird der Gefesselte sofort und ohne zu zögern losgebunden. Mit einer solchen Sicherheitsabsprache kann der Spaß losgehen.

Am besten eignen sich dicke Baumwoll- oder Seidenseile für Bondage, da diese Materialien weder verrutschen noch scheuern. Solche Seile sind jedoch teuer. Das Bondage-Einmaleins auf “autostraddle.com” rät BDSM-Einsteigern daher, für den Anfang geflochtene Nylonseile aus dem Baumarkt zu verwenden, deren Knoten sich nach dem Binden auch einfach wieder lösen lassen.

  1.  Bondage-Grundregel: Bestimmte Körperstellen sind tabu.

Eine der wichtigsten Bondage-Grundregeln ist, dass der Druck an bestimmten Körperstellen absolut tabu ist. Dazu gehören vor allem die Blutgefäße, Sehnen und der Hals.

  1.  Bondage-Grundregel: Keine Betäubungsmittel

Alkohol- und Drogengenuss ist beim Bondage verboten. Denn die Reaktionsfähigkeit, Sensibilität und Selbstwahrnehmung werden dadurch erheblich eingeschränkt. Das kann lebensgefährlich werden

  1.  Bondage-Grundregel: Niemals zu eng schnüren

Ganz wichtig: Das Seil nie zu fest ziehen. Ideal ist es, wenn sich noch zwei Finger zwischen das Seil und den Körper des Gefesselten schieben lasen. So gewährleistest Du, dass die Blutzirkulation nicht abgeschnitten wird. Sollte die Gefahr bestehen, dass das Seil zum Beispiel durch Schweiß nass wird, bindest Du es lieber noch lockerer. Werden Hautpartien weiß oder sogar blau, ist sofortiges Entfesseln Pflicht.

Weiterhin sollte ein Gefesselter niemals allein gelassen werden, egal wie verlockend solche Machtspielchen auch sein mögen. Zur Sicherheit legst Du am besten eine Verbandsschere mit flachen Kanten parat, mit der Du die die Fesseln im Notfall schnell durchtrennen kannst.

  1.  Bondage-Grundregel: Niemals im Alleingang

Eiserne Bondage-Grundregel: Der Gefesselte darf niemals alleine gelassen werden.

  1.  Bondage-Grundregel: Pflichten des aktiven Parts

Die Pflicht des aktiven Partners ist es sich regelmäßig bei dem Gefesselten zu vergewissern, ob es ihr oder ihm gut geht. Mit dieser Bondage-Grundregel soll sicher gestellt werden, dass es zu keinen Verletzungen oder Ähnlichem kommt.

  1.  Bondage-Grundregel: Keine Störungen von außen

Ruhe ist beim Bondage sehr wichtig, um in den richtigen Genuss dieser Sexpraktik zu kommen. Deswegen auch diese Bondage-Grundregel: Mach Dein Handy aus, ziehe die Gardinen zu und sperre die Haustür ab. Und dann kann es endlich losgehen!

 Bondage ist nicht gleich Bondage. Die kunstvolle Fesselung hat verschiedenste Absichten und es gibt es unzählige Arten, Techniken und Positionen. Folterbondage, Zierbondage, Hogtie, Spread Eagle und mehr – wir erklären Dir die wichtigsten Bondage Stellungen und Positionen mit Bildern.

Die beliebtesten Bondage Stellungen

Hogtie

Bei dieser Fesseltechnik liegt der Bottom auf dem Bauch und seine Hand- und Fußgelenke werden hinterrücks zusammengebunden. Hierbei können sowohl Hand- und Fußschellen als auch Seile verwendet werden. Die gefesselten Hand- und Fußgelenke werden dann ebenfalls miteinander verbunden. Je kürzer diese Verbindung ist, desto mehr hebt sich der Oberkörper an. Vorsicht:Geht diese Bondage-Stellung sachte an. Es besteht die Gefahr, sich den Rücken zu überdehnen. Tastet Euch also langsam ran und lasst die Verbindung zwischen Hand und Fuß am Anfang lieber länger, um keinen Rückenschaden zu riskieren.

Frogtie

Beim Frogtie werden die Beine mit den Fußgelenken an den Oberschenkel gefesselt, wodurch eine Froschposition erlangt wird. Die Handgelenke wiederum werden außen an den Beinfesselungen der jeweiligen Seite oder aber hinter dem Rücken fixiert.

 

Spread Eagle

 In dieser klassischen Bondage-Position wird der Bottom auf dem Rücken (manchmal auch auf dem Bauch) liegend, alle Viere von sich gestreckt, an den Bettpfosten oder anderen vier seperaten Punkten befestigt. Der fertige Spread Eagle sieht von oben wie ein großes X aus. BDSM-Profis praktizieren den Spread Eagle auch im Stehen, beispielsweise an einem Andreaskreuz.

 

Strappado

 Strappado (auch Hofknicks genannt) bezeichnet ursprünglich eine mittelalterliche Foltertechnik. Die Handgelenke des Bottoms werden hinter dem Rücken gefesselt und dann mit einem Seil nach oben gezogen. Das Seil ist hierbei an der Decke oder einem Balken befestigt. Die Füße bleiben auf dem Boden. Achtung:Diese Stellung ist nur was für erfahrene Bondage-Profis und für Anfänger absolut ungeeignet. Durchgeführt werden sollte sie nur unter Anleitung oder in einem professionellen Studio. Die Gefahr, sich die Schultern zu überdehen oder gar auszukugeln, ist groß.

Boxtie

Die Arme des Subs werden auf dem Rücken verbunden. Das Seil wird um den Oberkörper (ober- und unterhalb der Brust) herum geführt und am Rücken zusammengebunden. Es führt zu einer völligen Unbeweglichkeit der Arme. Diese Bondage-Position ist zwar sehr beliebt, aber dennoch nicht für jeden geeignet. Menschen mit Schulterproblemen sollten diese Stellung lieber aus ihrem Repertoire streichen. Nicht jeder ist außerdem so gelenkig, um in dieser Haltung zu verweilen – bloß nichts erzwingen!

Bondage-Arten

Sich gegenseitig zu Fesseln und damit ein klares Machtgefälle zwischen Fesselungskünstler und dem devoten Partner herbeizuführen, ist ein beliebtes erotisches Spiel. Doch was bewirken die Fesseln eigentlich und wozu dienen sie? Hierbei kann man drei Hauptgruppen unterscheiden:

Beim Zweckbondage geht es schlicht und einfach darum, Bewegungsunfähigkeit herzustellen, man spricht auch von Gebrauchsbondage. Kenntnisse spezieller Knotentechniken und besondere Fesselutensilien sind unnötig. Das Ziel ist es, den Sub schnell und zweckmäßig zu fixieren.

Folterbondage hingegen hat die Absicht, den Bottom mit der Fixierung in eine möglichst unbequeme oder schmerzhafte Lage zu zwingen – z.B. als Strafe im Rahmen eines Züchtigungsspiels. Geschlechtsverkehr muss übrigens nicht unbedingt Teil einer Bondage-Session sein, Sex kann aber vorkommen. Daher fällt auch manchmal der Begriff „Fesselsex“.

Besonders schön anzusehen – was in diesem Fall auch der Zweck ist – ist das sogenannte Zierbondage. Hier stehen ästhetische Gesichtspunkte im Vordergrund. Die Fesselung soll vor allem gut aussehen und erst in zweiter Linie den Bottom einschränken. Oftmals wird Zierbondage zur Betonung bestimmter Körperteile oder als „Kostüm“ auf Fetischpartys getragen.

Zudem ist das kunstvolle Japan-Bondage (Shibari oder Kinbaku genannt) von dem uns geläufigen Bondage zu unterscheiden. Hierbei handelt es sich um eine aus Japan stammende Fesselkunst. Ziel ist es, den Körper und die Seile zu einer ästhetischen und harmonischen Einheit zu verbinden. Ein Machtgefälle zwischen aktiven und passivem Part ist nicht immer vorhanden, so kann man sich beim Fesseln auch als ebenbürtige Komplizen gegenüberstehen.

Bondage-Techniken

Beim Bondage unterscheidet man zwischen grundlegenden Techniken. Neben dem Zusammenbinden von Armen und Beinen, gibt es noch das Auseinanderspreizen (z.B. mit einer Spreizstange) und das Festbinden an Gegenstände wie beispielsweise an den Bettpfosten oder der Stuhllehne. Auch hier ist Vorsicht geboten, da die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Eine beliebte Technik ist Wickelbondage. Hierbei werden einzelne Körperteile oder sogar der ganze Körper eingewickelt. Mit Seilen entsteht ein tolles Muster, es wird hierfür aber auch Frischhaltefolie genutzt – aber Achtung: Ein Hitzestau unter dem luftdichten Material kann gefährlich werden. Echte BDSM-Profis praktizieren unter anderem Hängebondage (Suspension Bondage), also das Aufhängen des Körpers. Hierfür sind jedoch detaillierte Kenntnisse der menschlichen Anatomie, Erfahrung und spezielle Vorrichtungen (Haken in der Decke, Balken etc.) notwendig. Don’t try this at home!